Alzheimer verstehen.
Vorbeugen. Begleiten.

Wissenschaftlich fundierte Informationen zu Prävention, Früherkennung und Behandlung der Alzheimer-Krankheit – mit Würde, Hoffnung und praktischer Orientierung.

Bis zu 45 %

der Demenzerkrankungen könnten durch beeinflussbare Risikofaktoren verzögert oder verhindert werden.

10 Praxistipps
14 Risikofaktoren
∞ Hoffnung

Was ist die Alzheimer-Krankheit?

Die häufigste Form der Demenz – und eine Erkrankung, die das ganze Leben berührt.

Die Alzheimer-Krankheit ist eine progressive neurodegenerative Erkrankung, bei der Nervenzellen im Gehirn allmählich absterben. Sie führt zu einem fortschreitenden Verlust von Gedächtnis, Denkvermögen und der Fähigkeit, den Alltag selbstständig zu bewältigen.

Benannt nach dem deutschen Arzt Alois Alzheimer, der 1906 erstmals die charakteristischen Veränderungen im Gehirn beschrieb, ist sie die häufigste Ursache von Demenz. Weltweit sind Millionen Menschen betroffen – und mit ihnen ihre Familien und Angehörigen.

Obwohl es derzeit keine Heilung gibt, wächst das Wissen über Risikofaktoren, frühe Erkennung und unterstützende Behandlungen rasant. Prävention und gute Begleitung können den Verlauf und die Lebensqualität entscheidend beeinflussen.

„Es ist nie zu früh und nie zu spät, etwas für die Gesundheit des Gehirns zu tun.“

— Deutsche Alzheimer Gesellschaft

Fortschreitend

Die Erkrankung entwickelt sich über Jahre. Frühe Anzeichen werden oft übersehen.

Multifaktoriell

Alter, Gene, Lebensstil und Gesundheit spielen zusammen eine Rolle.

Gemeinschaftssache

Betroffene, Angehörige und Gesellschaft sind gemeinsam gefordert – und können unterstützen.

Handlungsspielraum

Bis zu 45 % der Demenzen hängen mit beeinflussbaren Faktoren zusammen (Lancet Commission 2024).

Symptome und Veränderungen

Frühe Zeichen ernst nehmen und professionell abklären lassen.

Gedächtnis

Schwierigkeiten, neue Informationen zu behalten. Wiederholte Fragen und verlegte Gegenstände.

Sprache

Wortfindungsstörungen, abgebrochenes Sprechen oder Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen.

Orientierung

Sich in vertrauter Umgebung verirren oder den Überblick über Zeit und Ort verlieren.

Alltag

Probleme bei gewohnten Tätigkeiten wie Kochen, Geldverwalten oder Medikamenteneinnahme.

Verhalten

Veränderungen der Persönlichkeit, Rückzug, Reizbarkeit oder Antriebslosigkeit.

Wahrnehmung

Schwierigkeiten beim Erkennen von Gesichtern, Orten oder beim räumlichen Vorstellungsvermögen.

Prävention: Was Sie tun können

Das Gehirn so lange wie möglich gesund und leistungsfähig halten.

Die 10 wichtigsten Maßnahmen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft

Studien zeigen: Ein gesunder Lebensstil, soziale Verbundenheit und die Behandlung von Grunderkrankungen können das Demenzrisiko deutlich senken. Es ist nie zu früh – und nie zu spät – damit anzufangen.

1

Beziehungen pflegen

Soziale Kontakte und gemeinsame Aktivitäten fördern Wohlbefinden und kognitive Reserve.

2

Neugierig bleiben

Neues lernen, Musik machen, lesen oder Spiele spielen hält das Gehirn aktiv und anpassungsfähig.

3

Pausen & Entspannung

Stress reduzieren, Meditation, Natur oder bewusstes Abschalten unterstützen die mentale Gesundheit.

4

Guter Schlaf

Erholsamer Schlaf ist essenziell für die Reinigung und Regeneration des Gehirns.

5

Hören & Sehen

Hörgeräte und Sehhilfen frühzeitig nutzen – Sinnesverluste erhöhen das Demenzrisiko.

6

Bewegung

Regelmäßiges Spazieren, Radfahren, Schwimmen oder Tanzen verbessert die Hirndurchblutung.

7

Ausgewogene Ernährung

Mediterrane oder MIND-Diät, viel Gemüse, Beeren, Nüsse und gesunde Fette – Übergewicht vermeiden.

8

Rauchen & Alkohol

Rauchstopp und Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum schützen Herz und Gehirn.

9

Kopf schützen

Helme beim Radfahren und Sport tragen, um Schädel-Hirn-Verletzungen zu vermeiden.

10

Grunderkrankungen behandeln

Bluthochdruck, Diabetes, Cholesterin und Herzrhythmusstörungen gut einstellen lassen.

Behandlungsmöglichkeiten

Symptomatische und krankheitsmodifizierende Ansätze im Überblick.

Symptomatisch

Bewährte Medikamente

Diese Wirkstoffe können Symptome wie Gedächtnisprobleme und Orientierungsstörungen zeitweise lindern und die Selbstständigkeit unterstützen.

  • Cholinesterase-Hemmer (Donepezil, Rivastigmin, Galantamin)
  • Memantin (bei mittlerer bis schwerer Alzheimer-Demenz)
  • Unterstützung bei Schlaf-, Angst- und Verhaltenssymptomen
  • Nicht-medikamentöse Therapien (Ergo-, Physio-, Musiktherapie)
Neu & krankheitsmodifizierend

Amyloid-Antikörper

Seit 2025 ist in der EU mit Lecanemab (Leqembi) erstmals ein Medikament zugelassen, das in den Krankheitsprozess eingreift und das Fortschreiten in frühen Stadien verlangsamen kann.

  • Lecanemab (Leqembi) – EU-Zulassung 2025
  • Für frühe Alzheimer-Krankheit mit nachgewiesenem Amyloid
  • Eingeschränkt auf bestimmte genetische Profile (ApoE4)
  • Regelmäßige Infusionen und engmaschige Überwachung nötig

Wichtig: Die Entscheidung für eine Therapie trifft die behandelnde Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit der betroffenen Person und den Angehörigen. Neue Medikamente sind nicht für alle geeignet und bergen Risiken (z. B. Hirnödeme oder Blutungen). Eine umfassende Diagnostik und individuelle Abwägung sind unerlässlich.

Leben mit Alzheimer

Würde, Teilhabe und Unterstützung für Betroffene und Angehörige.

Alltag gestalten

Struktur, vertraute Rituale, sichere Umgebung und sinnvolle Beschäftigungen helfen, Selbstständigkeit und Wohlbefinden zu erhalten.

Mehr erfahren

Angehörige stärken

Selbstfürsorge, Entlastungsangebote, Beratungsstellen und Austausch in Selbsthilfegruppen sind entscheidend.

Hilfe finden

Demenzfreundliche Gesellschaft

Verständnis, barrierefreie Angebote und Nachbarschaftshilfe machen Teilhabe möglich – für alle.

Engagieren

Vertrauenswürdige Anlaufstellen

Hier finden Sie Information, Beratung und Unterstützung in Deutschland.